DoIP (Diagnostics over Internet Protocol)
DoIP (ISO 13400) trägt UDS über Ethernet: Vehicle Discovery, Routing Activation und Diagnosenachrichten auf Port 13400. Wie es funktioniert und wo Gateways Fehler machen.
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Kurz gesagt
DoIP (Diagnostics over Internet Protocol) ist der Transport aus ISO 13400-2, der UDS über Ethernet und IP trägt. Ein Tester findet das Fahrzeug per UDP, öffnet eine TCP-Verbindung auf Port 13400, aktiviert das Routing mit seiner Source Address und schickt dann Diagnosenachrichten an eine logische Steuergeräteadresse. Eine DoIP-Entity, meist ein zentrales Gateway, leitet sie an Steuergeräte auf CAN oder Ethernet weiter. Die Routing-Entscheidung des Gateways ist eine Sicherheitsgrenze und oft schwächer als gedacht.
Was ist DoIP?
DoIP ist ein schlanker Header auf TCP und UDP, der UDS zwischen Tester und Fahrzeug trägt. Jede DoIP-Nachricht beginnt mit einem 8-Byte-Generic-Header: Protokollversion, deren Inverse, ein 2-Byte-Payload-Type und eine 4-Byte-Payload-Länge. Die wichtigsten Payload Types sind 0x0001 Vehicle Identification Request, 0x0004 Vehicle Announcement, 0x0005 Routing Activation Request, 0x0006 Routing Activation Response, 0x8001 Diagnostic Message sowie 0x8002/0x8003 positive und negative Bestätigung.
Ein Routing Activation Request von der Tester-Adresse 0x0E00 sieht so aus: 02 FD 00 05 00 00 00 07 0E 00 00 00 00 00 00, also Version 02, Inverse FD, Typ 0005, Länge 7, Source Address, Activation Type 00 und vier reservierte Bytes. Nach einer positiven Antwort schickt 02 FD 80 01 00 00 00 07 0E 00 10 01 22 F1 90 ein ReadDataByIdentifier für die VIN an das Steuergerät mit der logischen Adresse 0x1001.
Wo ist es definiert?
ISO 13400-2 definiert das Protokoll: Header, Payload Types, Vehicle Discovery, Routing Activation, Alive Check, Diagnosenachrichten und deren Bestätigungscodes. ISO 13400-3 regelt die kabelgebundene Bitübertragungsschicht und die Aktivierungsleitung am Diagnosestecker. ISO 14229 definiert den UDS-Inhalt, und ISO 14229-5 bildet UDS auf IP ab.
Was es in der Praxis bedeutet
DoIP bringt die Diagnose in ein Netzwerk. Das Gateway, das DoIP terminiert, entscheidet, welche Zieladressen ein Tester erreichen darf, von welcher Source Address und nach welchem Activation Type. Genau an dieser Entscheidung finden wir regelmäßig Probleme: Gateways, die zu Steuergeräten routen, die vom externen Port aus gesperrt sein sollten, Routing Activation, die jede Source Address akzeptiert, oder Diagnose, die auch auf anderen Schnittstellen als dem Diagnosestecker erreichbar ist.
Bei einem Penetrationstest am Gesamtfahrzeug war das DoIP-Gateway der schnellste Weg vom OBD-Stecker zu Steuergeräten, die an ihrem eigenen CAN-Bus gut geschützt waren. Die UDS-Findings sind dieselben wie auf CAN; die Reichweite ist größer.
Wie AutoST es testet
AutoST macht Vehicle Discovery über UDP, erledigt die Routing Activation und lässt dann die transportunabhängige UDS-Engine über den DoIP-Link laufen: Session- und Service-Enumeration, DID- und Routinen-Scan sowie SecurityAccess-Prüfungen. Dazu testet AutoST das Routing des DoIP-Gateways, du siehst also, welche logischen Adressen durch das Gateway antworten und welche das nicht sollten.
Häufige Missverständnisse
DoIP ist kein anderes Diagnoseprotokoll, sondern ein Transport für UDS. Eine positive Routing Activation ist keine Authentifizierung, außer der OEM hängt eine Prüfung hinter Activation Type 0xE0 oder nutzt TLS. Und ein am CAN geschütztes Steuergerät ist nicht geschützt, wenn ein Gateway DoIP-Verkehr dorthin weiterleitet.
FAQ
Häufig gestellte Fragen
Welche Ports nutzt DoIP?
UDP- und TCP-Port 13400. Vehicle Identification und Announcements laufen über UDP, die Diagnosekommunikation über TCP. Die Ausgabe 2019 von ISO 13400-2 beschreibt zusätzlich eine TLS-gesicherte Variante auf einem eigenen Port.
Was ist Routing Activation?
Die erste Nachricht auf einer neuen TCP-Verbindung. Der Tester schickt seine Source Address und einen Activation Type (Payload Type 0x0005), und die DoIP-Entity antwortet mit einem Response Code (Payload Type 0x0006); 0x10 heißt, das Routing ist aktiv. Erst danach werden Diagnosenachrichten weitergeleitet.
Ist DoIP sicherer als Diagnose auf CAN?
Nicht von sich aus. DoIP bringt Adressierung und Routing, aber keine Authentifizierung oder Verschlüsselung, solange weder die TLS-Variante noch eine OEM-spezifische Aktivierungsprüfung genutzt wird. Dazu macht es die Diagnose über ein Netz erreichbar, das mehr vom Fahrzeug verbinden kann als ein einzelner CAN-Bus.
Quellen
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