# DoIP (Diagnostics over Internet Protocol)

> DoIP (Diagnostics over Internet Protocol) ist der Transport aus ISO 13400-2, der UDS über Ethernet und IP trägt. Ein Tester findet das Fahrzeug per UDP, öffnet eine TCP-Verbindung auf Port 13400, aktiviert das Routing mit seiner Source Address und schickt dann Diagnosenachrichten an eine logische Steuergeräteadresse. Eine DoIP-Entity, meist ein zentrales Gateway, leitet sie an Steuergeräte auf CAN oder Ethernet weiter. Die Routing-Entscheidung des Gateways ist eine Sicherheitsgrenze und oft schwächer als gedacht.

DoIP (ISO 13400) trägt UDS über Ethernet: Vehicle Discovery, Routing Activation und Diagnosenachrichten auf Port 13400. Wie es funktioniert und wo Gateways Fehler machen.

Source: https://auto-st.com/de/glossar/doip · Updated: 2026-10-07

## Was ist DoIP?

DoIP ist ein schlanker Header auf TCP und UDP, der UDS zwischen Tester und Fahrzeug trägt. Jede DoIP-Nachricht beginnt mit einem 8-Byte-Generic-Header: Protokollversion, deren Inverse, ein 2-Byte-Payload-Type und eine 4-Byte-Payload-Länge. Die wichtigsten Payload Types sind `0x0001` Vehicle Identification Request, `0x0004` Vehicle Announcement, `0x0005` Routing Activation Request, `0x0006` Routing Activation Response, `0x8001` Diagnostic Message sowie `0x8002`/`0x8003` positive und negative Bestätigung.

Ein Routing Activation Request von der Tester-Adresse `0x0E00` sieht so aus: `02 FD 00 05 00 00 00 07 0E 00 00 00 00 00 00`, also Version `02`, Inverse `FD`, Typ `0005`, Länge 7, Source Address, Activation Type `00` und vier reservierte Bytes. Nach einer positiven Antwort schickt `02 FD 80 01 00 00 00 07 0E 00 10 01 22 F1 90` ein ReadDataByIdentifier für die VIN an das Steuergerät mit der logischen Adresse `0x1001`.

## Wo ist es definiert?

ISO 13400-2 definiert das Protokoll: Header, Payload Types, Vehicle Discovery, Routing Activation, Alive Check, Diagnosenachrichten und deren Bestätigungscodes. ISO 13400-3 regelt die kabelgebundene Bitübertragungsschicht und die Aktivierungsleitung am Diagnosestecker. ISO 14229 definiert den UDS-Inhalt, und ISO 14229-5 bildet UDS auf IP ab.

## Was es in der Praxis bedeutet

DoIP bringt die Diagnose in ein Netzwerk. Das Gateway, das DoIP terminiert, entscheidet, welche Zieladressen ein Tester erreichen darf, von welcher Source Address und nach welchem Activation Type. Genau an dieser Entscheidung finden wir regelmäßig Probleme: Gateways, die zu Steuergeräten routen, die vom externen Port aus gesperrt sein sollten, Routing Activation, die jede Source Address akzeptiert, oder Diagnose, die auch auf anderen Schnittstellen als dem Diagnosestecker erreichbar ist.

Bei einem Penetrationstest am Gesamtfahrzeug war das DoIP-Gateway der schnellste Weg vom OBD-Stecker zu Steuergeräten, die an ihrem eigenen CAN-Bus gut geschützt waren. Die UDS-Findings sind dieselben wie auf CAN; die Reichweite ist größer.

## Wie AutoST es testet

AutoST macht Vehicle Discovery über UDP, erledigt die Routing Activation und lässt dann die transportunabhängige UDS-Engine über den DoIP-Link laufen: Session- und Service-Enumeration, DID- und Routinen-Scan sowie SecurityAccess-Prüfungen. Dazu testet AutoST das Routing des DoIP-Gateways, du siehst also, welche logischen Adressen durch das Gateway antworten und welche das nicht sollten.

## Häufige Missverständnisse

DoIP ist kein anderes Diagnoseprotokoll, sondern ein Transport für UDS. Eine positive Routing Activation ist keine Authentifizierung, außer der OEM hängt eine Prüfung hinter Activation Type `0xE0` oder nutzt TLS. Und ein am CAN geschütztes Steuergerät ist nicht geschützt, wenn ein Gateway DoIP-Verkehr dorthin weiterleitet.

## FAQ

**Welche Ports nutzt DoIP?**

UDP- und TCP-Port 13400. Vehicle Identification und Announcements laufen über UDP, die Diagnosekommunikation über TCP. Die Ausgabe 2019 von ISO 13400-2 beschreibt zusätzlich eine TLS-gesicherte Variante auf einem eigenen Port.

**Was ist Routing Activation?**

Die erste Nachricht auf einer neuen TCP-Verbindung. Der Tester schickt seine Source Address und einen Activation Type (Payload Type 0x0005), und die DoIP-Entity antwortet mit einem Response Code (Payload Type 0x0006); 0x10 heißt, das Routing ist aktiv. Erst danach werden Diagnosenachrichten weitergeleitet.

**Ist DoIP sicherer als Diagnose auf CAN?**

Nicht von sich aus. DoIP bringt Adressierung und Routing, aber keine Authentifizierung oder Verschlüsselung, solange weder die TLS-Variante noch eine OEM-spezifische Aktivierungsprüfung genutzt wird. Dazu macht es die Diagnose über ein Netz erreichbar, das mehr vom Fahrzeug verbinden kann als ein einzelner CAN-Bus.

## Sources

- [ISO 13400-2:2019 Straßenfahrzeuge, Diagnosekommunikation über Internet Protocol (DoIP), Teil 2: Transportprotokoll und Netzwerkschichtdienste](https://www.iso.org/standard/74785.html)
- [ISO 14229-1:2020 Straßenfahrzeuge, Unified diagnostic services (UDS), Teil 1: Anwendungsschicht](https://www.iso.org/standard/72439.html)

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- [DoIP-Testaufbau: vom Ethernet-Link zu UDS über IP](https://auto-st.com/de/insights/doip-testaufbau)
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